Directors Teodora Mihai: "Big changes start on a small scale"
10.02.2026 | Berlinale Special "Heysel 85"

The 1985 European Football Cup final in Brussels has become a Belgian, perhaps even an international trauma. In a stampede, 39 people died in the Heysel stadium. The filmmaker Teodora Mihai has made a drama about it, which addresses human dilemmas. Hamburg-based Anna Katharina Bauer provided the soundtrack and Hamburg-based Leitwolf Filmproduktion is co-executive producer. The film is celebrating its world premiere at the Berlinale.
From Britta Schmeis
When Teodora Mihai came to Belgium from Romania in 1989, the catastrophe had already happened four years earlier, she herself was a little girl and yet she remembers that it was always an issue. "I grew up with this trauma in Belgium," says the filmmaker and Script Writer. When her Belgian Executive Producer Hans Everaert approached her with the idea, it was not only a matter of course for her, but almost a necessity. "There are numerous documentaries but no fictionalised story about this event," she says.

Two marginal figures take centre stage
Teodora does not focus on the powerful or on Michel Platini, who ultimately scored Juventus Turin's winner with a penalty. Instead, Teodora Mihai, who was born in Bucharest in 1981, focuses on two people: the Italian journalist Luca Rossi (Matteo Simoni) and Marie Dumont (Violet Braeckman), the mayor's daughter and press officer. "These two characters are very close to the decision-makers, but they don't have the power to significantly influence things," says Teodora. At the same time, they are very close observers of events, scrutinise them critically and are different people afterwards. "And they can change things on a small scale. Just like big changes always start on a small scale."

Marie ist für die Filmemacherin noch aus einem weiteren Grund eine interessante Figur: Sie muss sich als junge Frau in einer Männerdomäne beweisen, steckt in einem Loyalitätskonflikt zwischen ihrem Vater und ihren eigenen moralischen Ansprüchen. Immer wieder gerät sie ins Straucheln, wird von Zweifeln, aber auch von einer gewissen Ohnmacht heimgesucht. „Man muss Marie auch im Kontext der 1980er-Jahre sehen, als Frauen noch einen anderen Stand hatten als heute“, sagt Teodora, für die „Heysel 85“ der dritte Spielfilm nach „La Civil“ von 2021 und „Traffic“ aus 2024 ist. „Die Konflikte unter der Oberfläche interessieren mich“, sagt sie. Das war auch der Grund, warum Anette Unger von der Hamburger Leitwolf Filmproduktion direkt von dem Stoff überzeugt war: „Es geht um Moral und blickt tiefer in die Geschehnisse. Das hat mich fasziniert“, sagt sie. Zudem könne sie sich noch gut an die Tragödie von damals erinnern – und sie sei seit Kindesbeinen ein absoluter Fußballfan.
Die Frage nach der Moral
Der Fußball selbst allerding steht gar nicht im Mittelpunkt von „Heysel 85“, sondern vielmehr die Strukturen und Mechanismen. So steht der Sport für eine soziale und politische Realität, die bis heute aktuell ist. „Es geht um Eskalation und die Angst vor einer Eskalation mit all ihren Konsequenzen. Es geht um die ganz individuelle Verantwortung und wie Menschen versuchen, auf der richtigen Seite zu stehen, der richtigen Seite der Geschichte“, führt sie weiter aus. Für sie sind das existenzielle Fragen – heute wie vor 40 Jahren.

Fast kammerspielartig kommen diese 90 Minuten daher, die die Zeit zwischen dem Beginn der Ausschreitungen bis zur Entscheidung, das Spiel starten zu lassen, reichen. Dafür hat Theodora auch dokumentarisches Material verwendet und ihren Film analog gedreht. „Das erzeugt eine ganz eigene Atmosphäre, vor allem wollten wir, dass die historischen Szenen mit unseren fiktionalisierten Szenen harmonieren.“ Wie schon bei ihren ersten beiden Spielfilmen arbeitete sie mit dem renommierten Kameramann Marius Panduru zusammen, der vor allem für seine Arbeiten mit Radu Jude bekannt ist.
Eine eigene Klangfarbe aus Musik und Sprachengewirr
Erstmals hat Teodora auch bewusst Musik eingesetzt. „Das war eine künstlerische Entscheidung gemeinsam mit meinem Editor Bert Jacobs, der zusammen mit der Hamburger Komponistin Anna Katharina Bauer einen fantastischen Job gemacht hat.“ Alles passe da zusammen: Geschichte, Musik, Bildgestaltung, Kostüme und ein Sprachengewirr: Englisch, Französisch, Flämisch, Italienisch, Deutsch und im Team auch Rumänisch. Das steht nicht nur für die Brüsseler Realität, sondern das Universelle des Stoffes. Die Tragödie von Heysel führte weltweit zu höheren Sicherheitsstandards in Stadien und zu einer geänderten, personalisierte Ticketvergabe. Das ZDF übrigens war der einzige Sender, der damals die Liveübertragung abbrach, „aus Achtung vor dem Leben“. Auch das thematisiert Teodora in ihrem Drama. Am 14. Februar feiert es im Rahmen der Berlinale seine Weltpremiere.
Spielzeiten auf der Berlinale
14.02., 18.30 Uhr, Zoopalast 1
15.02., 10.45 Uhr, ADK am Hanseatenweg
16.02., 22 Uhr, HKW 1 - Miriam Makeba Auditorium
17.02., 19 Uhr, Uber Eats Music Hall
17.02., 20 Uhr, BALI Kino
19.02., 10 Uhr, Uber Eats Music Hall







